Optische Täuschungen: Wie unwahr sind unsere Wahrnehmungen – Lange Nacht der Wissenschaften Rostock

Albert-Einstein-Str. 3

Universität Rostock | Zentrale Einrichtungen Zentrum für Logik, Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte ZLWWG

Optische Täuschungen: Wie unwahr sind unsere Wahrnehmungen

Raum Hörsaal, Hans Spemann
Zeit 21:00 – 21:50 Uhr (Dauer: 50 min)
für Kinder ab 10 Jahre geeignet

Unsere Sinnesorgane verschaffen uns ein genaues, zuverlässiges und echtes Bild unserer Umwelt – so glauben wir jedenfalls. In Wirklichkeit hat die Evolution uns aber mit einem Gehirn ausgestattet, das bei der Wahrnehmung nicht nur die reale Welt als Quelle nutzt, sondern die Sinneseindrücke auch je nach Erfahrung, Stimmung oder Wahrscheinlichkeit verbessert oder korrigiert. Unser Gehirn möchte helfen und verbessert die Information vom Auge noch, damit wir das Gesehene deutlicher sehen und schneller erfassen können. Dabei korrigiert das Gehirn die Informationen und es können neben echten Abbildern der Umwelt auch zusätzliche oder falsche Objekte „wahr“genommen werden. Das Gehirn gibt manchmal auch Dinge ins Bewusstsein, die gar nicht da sind, wenn es diese für richtig oder wichtig hält. Vor allem bei sehr ungewöhnlichen oder undeutlichen Szenen (z.B. Dämmerung und Dunkelheit) erfindet das Gehirn oft etwas, was es für wahrscheinlich hält. Das kann dann auch mal falsch sein. Wenn aber die Information erst bewusst geworden ist, ist sie als Wahrnehmung für uns wahr, „wir haben es ja gesehen“. Wenn das Gehirn dabei etwas Falsches „wahr“genommen hat, ist es schwer, das zu korrigieren, auch wenn wir wie bei optischen Täuschungen daran zweifeln, ob es stimmt. Das Gehirn gibt Fehler nicht leicht zu. Ungewöhnliche Objekte können uminterpretiert werden. Was es in der Natur und Umwelt gar nicht gibt, oder nicht geben kann, das wird manchmal sogar zensiert und das Gehirn unterdrückt es, so dass wir es nicht bewusst sehen. Wenn das Gehirn sich oder uns dabei belügt, merken wir meistens gar nicht wie eigensinnig es die Umwelt abbildet.

Vortrag mit Selbstversuchen | Prof. Dieter G. Weiss



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